Auf Frühjahrstour durch Frankreich und Spanien
Wir sind mal wieder auf Tour. Dieses Frühjahr geht es durch Frankreich (mit 2 Stopps) nach Spanien.
Den ersten Halt machten wir im Burgund in Vosne-Romanée, ein kleiner Ort südlich von Dijon. Das Hotel ist uns gut bekannt, schon drei Mal haben wir dort auf unseren Reisen nach Spanien einen Zwischenstopp eingelegt. Wir freuen uns auf feine französische Küche mit einem vollmundigen Burgunder.

Dann ging es weiter in Richtung Süden. Die Route führte uns an Clermond-Ferrand vorbei über das Zentral-Massiv zur Brücke von Millau. Das knapp 2,5 km lange Bauwerk gilt als die größte Schrägseilhängebrücke Europas. Die Fahrbahn überspannt das Tal in 270 Metern Höhe. Schon von weitem sind die rund 350 m hohen Brückenpfeiler zu sehen. Als wir die Ausfahrt Mende passieren, werden Erinnerungen an die letztjährige Tour de France mit der Bergankunft in Mende wach.
Den zweiten Halt legten wir an der französischen Mittelmeerküste ein, und zwar in Canet-en-Roussillion wenige Kilometer vor der spanischen Grenze. Inszwischen sind wir schon 1.400 km Auto gefahren. Schon vor Perpignan war die Autobahn für den Kfz-Verkehr gesperrt, so dass alle Fahrzeuge über die Landstraßen und über die alte Passstraße durch die Pyrenäen geleitet wurden. Auch der Autobahnabschnitt von Figueres nach Girona war wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Umleitung durch die Landschaft der Emporda weckte bei uns viele Erinerungen an unsere damaligen Reisen an die Costa Brava.

Unser Zwischenziel in Valencia erreichten wir am späten Nachmittag. Zwei Tage haben wir uns für die quick- lebendige Metropole Zeit genommen. Ein Rundgang durch die Altstadt lohnt sich wirklich. Auch das Wetter spielte mit blauem Himmel und Temperaturen von 18 bis 20 Grad Celsius wunderbar mit.
Die Route führt uns weiter entlang der spanischen Mittelmeerküste nach Süden. Vorbei an Murcia ging die Autofahrt nach Cabo de Gata, ein Nationalpark der ca. 15 km nördlich von Almeria liegt. Den Tipp erhielten wir von französich- schweizerischen Gästen, die wir im Parador el Saler in Valencia kennen lernten. Die Halb-Wüste von Tabernas (ganz in der Nähe von Almeria) ist als Drehort bekannter Italo-Western den Filmfreunden von Clint Eastwood gut bekannt. Die Kulissen der Westernstadt von "Fort Bravo" lohnen einen Besuch. Schon die Anfahrt mit dem Auto durch einen aus- getrockneten Barranco passt zum Besuch der Westernstadt. Allerdings ist die kurvenreiche Autofahrt über eine Nebenstrecke duch die Sierra Alhamilla von Níjar nach Tabernas nichts für schwache Nerven.

Aufgrund der guten Wetteraussichten haben wir uns für Almeria und Cabo de Gata 5 Tage Zeit genommen.
Die Südostspitze Spaniens bietet reizvolle Strände, interessante Eindrücke einer Wüstenlandschaft und gilt als sehr sonnenreich. Touristisch ist es hier noch nicht so überzogen wie an manch anderen Stränden Spaniens.
Von Cabo de Gato ging es weiter in Richtung Marbella. Die Wettervorhersage war nicht ganz so gut, was wir am Samstag mit dichter Bewölkung und Regenschauern auch hautnah zu spühren bekamen. Viel Luxus und Schickimicki sind in der Innenstadt und am kleinen Hafen zu finden. Ein Ferrari mit Kennzeichen aus Kuwait gehört genauso dazu wie der hochglanzpolierte SUV aus München. Fast glaubten wir in Entenhausen zu sein, denn soviel Botox-Schnuten wie in Marbella kannst du bei uns zwischen Schalke und Dortmund das ganze Jahr über nicht sehen - Daisy-Duck läßt grüßen.
Unsere Hotelunterkunft hat uns wirklich gut gefallen; das Zimmerupgrade mit Wirlpool auf der eigenen Dachterasse war gut gemeint, fanden wir dann aber doch nicht so toll, weil uns das Gebrumme der Pumpe auf den Wecker ging. Also baten wir darum, den Brummer abzustellen, worauhin das frisch aufgefüllte und auf 37 Grad Celsius erwärmte Wasser kurzerhand wieder abgelassen wurde. Zack... Stopfen raus - und schon war Ruhe im Dom.
Von Marbella aus geht die Tour weiter am Felsen von Gibraltar vorbei über Tarifa nach Conil de la Frontera. Die Costa de la Luz haben wir schon einige Male besucht. Die im andalusischen Stil gebauten Hotels haben ihren Charme. Das ist was ganz anderes als an der Costa del Sol. Wir freuen uns auf Sonne, Luft und Meer und haben keinen Tatendrang, die Kultur in den umliegenden Städten Sevilla, Cordoba oder Cadiz ein zweites Mal zu entdecken. Unser Motto war einfach Seele-baumeln-lassen. Der Tag sieht dann in etwa so aus: Spazierengehen am Strand, für die Enkelkinder Muscheln suchen, Pause machen mit einem Cafe con leche, dann wieder Strandsparziergang zurück, diesmal mit Wind von vorne, und letzlich den Hunger und Durst in einem Strandrestaurant mit frischer Paella und einem Copa Vino Blanco stillen. Danach Beine hoch und die Sonne auf den Buddha scheinen lassen. Ach, was ist das herrlich.
Jetzt sind wir in Jerez de la Frontera angekommen und haben eine Hotelunterkunft mit eigenem Golfplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zur Motorsport Rennstrecke "Circuito de Jerez" bezogen. Hotel und Lage gefallen uns gut.
In Jerez werden wir etwas für unsere kulturelle Fortbildung unternehmen. Hierzu zählt unter anderem der Besuch einer Sherry-Bodega mit einem Kurzseminar in Önologie, um etwas Neues von den Geheimnissen des Sherrys zu erfahren. Und auf eine Verkostung freuen wir uns auch.
Bodega haben wir besucht, Sherry vor Ort gekauft, aber mit einer Verkostung hat es leider nicht geklappt. Termine am Samstag waren leider alle ausgebucht. Also haben wir nachträglich in einer kleinen Bar einen Jerez seco selbst verkostet.
Die Spanier bereiten sich für die anstehenden Osterprozessionen vor. In der Kathedrale von Jerez und in den umliegenden Gassen und Straßen herrscht hektische Betriebsamkeit, um alles für die anstehenden Prozessionen vorzubereiten, bei denen große Marien- und/oder Christusfiguren duch die Straßen getragen werden. Unter dem Tragegestell der Figuren befinden sich 20 und mehr Personen, um die schwere Last zu tragen.
Unsere Spanienfahrt geht weiter quer durch Andalusien nach Javea, ein kleiner Ort südlich von Denia. Wir reisen auf einer Landstraße im Landesinneren parallel zur Küste der Costa del Sol bis Granada, von wo aus es an der Sierra Nevada vorbei nach Nordosten über Murcia an die Küste der Costa Blanca geht. Andalusien zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite. Geprägt wird die dünn besiedelte Landschaft von Olivenhainen (in einem unfassbaren Ausmaß) und von sattgrünen Wiesen. Die Autofahrt durch die andalusische Landschaft gibt uns zeitweise ein Gefühl, als führen wir durch das Voralpenland in Bayern. Das angenehme Frühlingswetter - heute mit 27 º C bei Murcia - nehmen wir mit zur Costa Blanca. Die Gegend um Javea gefällt uns recht gut, denn die touristische Infrastruktur ist an diesem Küstenabschnitt zwar ausgeprägt, aber bei weitem nicht so überzogen und bombastisch wie die im benachbarten Benidorm. Wie das Bild links zeigt, ähnelt die Silhouette von Benidorm eher einem Vorort von Manhattan, als dass sie das Bild eines ruhigen Strandes an der Costa Blanca erwarten läßt.
Nach Javea sind wir weiter in Richtung Nordspanien gefahren, um die letzten drei Reisetage unserer diesjährigen Spanienrundfahrt in der L´Empordà kurz vor Figueres zu verbringen. Wir haben ein kleines im Jahr 2021 eröffnetes Hotel mit excellenter Küche gebucht. Die hiesige Region um Sant Pere Pescador, Rosas, Empuries, Escala und l´Estartit kennen wir aus unseren schon einige Jahre zurückliegenden Spanienurlauben an der Costa Brava recht gut. Heute würden wir die Küstenorte unter dem Titel "Tourismus-Total" zusammenfassen. Das Hinterland ist demgegenüber ruhig und von vielen typisch spanischen Dörfern gekennzeichnet. Hier findet der Reisende kleine Hotels mit typischer katalanischer Küche.

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